Der Wert eines Oldtimers berechnet sich zum einen nach der Beliebtheit in der Szene und zum anderen nach dem Zustand bzw. den Investitionen, die in den Wagen gesteckt wurden. Gerade der vermeintliche oder tatsächliche Zustand birgt aber ein hohes Konfliktpotential, denn ein Auto ist technisch komplex und selbst die Expertise eines ausgewiesenen Fachmannes kann Sie nicht davor bewahren, dass Ihnen kommende Woche der Motor um die Ohren fliegt oder das Differenzial den Geist aufgibt. Ein Restrisiko fährt immer mit.
Kaufen Sie trotzdem ein Fahrzeug in bestmöglichem Zustand, auch wenn Ihnen das auf den ersten Blick als erheblich zu teuer erscheint. Die spätere, aufwändige Restauration einer «Gurke» übersteigt fast immer den Zeitwert des Wagens deutlich. Achten Sie beim Kauf auf die Marktlage bei Ersatzteilen und, falls Sie nicht selber schrauben, auf die Zahl der auf Ihren Typ spezialisierten Garagisten.
Viele Oldtimer-Enthusiasten behalten ihren Wagen über eine lange Zeit. Regelmässig wird wieder etwas repariert, restauriert oder erneuert. Mit den Jahren wird das Fahrzeug immer besser und Inflation oder Markt sorgen auch noch dafür, dass der Marktpreis des Oldtimers steigt. Werfen Sie deshalb bei Gelegenheit einen Blick in Ihre Versicherungspolice: Viele von Ihnen werden staunen, wie niedrig der Wert Ihres Fahrzeuges «damals» eingeschätzt wurde. Besser fährt man mit einer automatischen Wertanpassung – inzwischen gibt es einige spezialisierte Oldtimer-Versicherer, die solche Policen anbieten.
Ich wünsche Ihnen schadenfreie Fahrt in den Frühling,
mit freundlichen Grüssen
Markus Rühle
Chefredaktor SwissClassics
Oldtimer – Ich werde fünfzig
Willys Wagoneer
Im Frühling vor 50 Jahren staunte die Schweizer Autowelt über ein neues Fahrzeug, das zwecks Präsentation aus den USA zu uns transportiert worden war. Das war ein Geländewagen. Aber nicht so ein Ungetüm wie der Unimog. Und nicht so ein Rabauke wie der Jeep. Und auch kein hemdsärmeliger Forstgehilfe wie der Landrover. Nein, wenn man sich reinsetzte, so wähnte man sich fast in einem Personenwagen, und dazu auch noch in einem luxuriösen. Denn das Auto hatte nebst einem modernen OHC-Motor auch eine Servolenkung und ein automatisches Getriebe.
Der Willys Wagoneer war etwas, das man heute als «SUV» bezeichnen würde. Im Verkaufskatalog war er denn auch nicht etwa auf einer Farm abgebildet, sondern zusammen mit der Familie beim Campieren im Grünen.
Er hiess alsbald «Jeep» Wagoneer und wurde dann – mit diversen Änderungen und Facelifts – 28 Jahre lang produziert. In dieser Zeit änderte auch mehrmals der Name seines Herstellers. Ob er das erste «Sports Utility Vehicle» war, ist eine Definitionsfrage. Auch sein Vorgänger Willys Jeep Station Wagon und andere Autos werden mit diesem Titel geadelt. Aber zum Fünfzigsten lassen wir dem Wagoneer doch die Ehre mal gebühren.
Text: Mark Siegenthaler
Für unsere aktuelle Liste haben wir die wichtigsten Veranstaltungen der nächsten Wochen für Sie zusammengestellt, den ausführlichen
Eventkalender finden Sie wie immer in der gedruckten Ausgabe von SwissClassics…
Es gibt Autos, die einfach mal lanciert werden und überall gleich heissen. Beim Camry ist das anders. Den gab’s zuerst (in Asien) als Celica Camry. Dann kam der «eigenständige» Camry, der in Japan auch als „Vista“ verkauft wurde. Das werksinterne Kürzel lautete V10. Dann kamen V20 und V30 (in Japan «Sceptre», in Australien «Vienta») usw.
Widmen wir uns aber dem V10, dem ersten in der Schweiz erhältlichen Camry, der 1983 vorgestellt wurde. Zeitgemäss viereckiges Styling prägte sein Äusseres, eine Japan-typisch komfortable Ausstattung mit serienmässiger Servolenkung und 5 Gang-Getriebe sein Inneres. Er hatte als erster Toyota-Mittelklässler Frontantrieb. Herr und Frau Schweizer schätzten auch die praktische Heckklappe des Liftbacks – und wer das nicht brauchte, konnte den Camry mit Stufenheck ordern. Dass man den bis 1986 produzierten Camry V10 heute kaum mehr sieht, heisst nicht etwa, dass alle Exemplare verschrottet wurden. Im Gegenteil. Gebrauchte Camrys wurden in den 90er Jahren zum Exportschlager. Die meisten von ihnen dürften irgendwo weiter südlich noch heute unterwegs sein.
Nachschub an neuen Camrys gibt’s bei uns übrigens auch nicht mehr. Der Camry XV40 (in Australien «Aurion») wurde ab 2004 nicht mehr nach Europa geliefert. Der aktuelle XV50 auch nicht. Dafür nach Russland. Und in Japan gibt’s ihn nur noch als Hybrid-Auto.
Aber verkomplizieren wir die Dinge nicht.
Text: Mark Siegenthaler
Über 150 historische Rennfahrzeuge, davon fast 30 Rennmotorräder, werden an diesem rennähnlichen Anlass teilnehmen. Die Teilnehmer umrunden die 980 Meter lange Strecke hinter einem Führungsfahrzeug, welches das Tempo permanent vorgibt.
Die Geschwindigkeit wird jeweils den verschiedenen Fahrzeugklassen angepasst.
Erwachsene Fr. 10.-, Kinder bis 16 J. gratis. Der Anlass ist ab Brugg signalisiert.
www.oldtimer-gp.ch
12. Swiss Volvo Meeting – 31. August - 1.September 2013
Volvo-Treffen Interlaken mit zwei Jubiläen
Das internationale Volvo-Treffen findet bereits zum 12. Mal statt, Ende August wieder in Interlaken. Die Organisatoren freuen sich, zwei markante Jahrestage verkünden zu dürfen: Vor 20 Jahren wurde die Produktion des legendären Volvo 240 eingestellt. Das bisher erfolgreichste Volvo-Modell wurde zwischen 1975 und 1993 in nicht weniger als 2,9 Mio. Exemplaren gebaut und in den USA gar zum automobilen Referenzfahrzeug für Sicherheitsvorschriften ausgerufen. Im grossen Hangar auf dem Flugplatz Interlaken wird diesem legendären Volvo eine würdige Sonderausstellung gewidmet. Das zweite Jubiläum heisst «60 Jahre Volvo Kombi». Kaum eine andere Automarke hat eine so grosse Kombi-Tradition. Bereits der erste Duett (Buckel-Kombi) im 1953 war erfolgreich und auch alle Nachfolger bis zum heutigen V70 überzeugten mit grossem Ladevolumen, hoher Qualität und Sicherheit.
1913 war es – bis auf einen Bugatti – ein reines Motorradrennen. Heute zugelassen sind Automobile, Formel- und Rennsportwagen, Motorräder und Motorrad-Gespanne bis Baujahr 1948 sowie Teilnehmer, die bei allen acht bisher ausgetragenen historischen Eggbergrennen gestartet sind. Gewertet wird nach Gleichmässigkeit.
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